Um diese Zeit vor 2 Wochen war ich in Paris am Flughafen und wusste, dass meine Reise ein bisschen länger wird als geplant...und nun bin ich schon 2 Wochen hier und habe schon so viel gesehen und doch noch nicht so viel getan.
Letze Woche war ich mir eine Schule anschauen in der ich als Grundchullehrerin arbeiten könnte- ohne zu übertreiben wäre ich dazu wahrscheinlich besser imstande als ein(e) ausgebildete(r) Burkinabé (so heißen die Menschen aus Burkina Faso). Von Pädagogik wissen sie hier nicht viel, im Gegenteil: ich habe an einem Punkt die Klasse verlassen weil ich nicht mehr zu sehen konnte wie die Kinder geschlagen wurden und ich nichts dagegen tuen konnte. Ich hab sogar hinterher ihre Tränen abgewischt. Eigentlich ist sowas mittlerweile auch hier verboten, aber die Lehrer wissen sich bei der Klassengröße und mangelden Disziplin nicht anders zu helfen. Auch einige Leute vor mir hatten diese Konflikte hier, wenn ich mich für diese Schule entscheide werde ich in meine Klasse Liebe und Geduld hineinbringen.
Dieser kleine Bub heißt Nuludin,ist 5 Jahre alt und super aktiv, er wird glaube ich am meisten geschlagen und weint fast kaum noch...wie hart doch so ein Kinderherz auch schon werden kann. Es berührt mich wirklich! Hier macht er gerade seine Schreibübungen...

Ich kann das nicht alleine (Kinder sind hier so an schläge gewohnt, dass sie schon gar nicht mehr anders reagieren)- ich werde beten dass Gott mir dabei hilft, dass die Kinder mit mir arbeiten auch wenn ich keinen Stock anwende!
Übers Wochenende war ich dann in einem Kinderheim, wo ich Freizeitprogramm gestalten könnte.

Auch dort herrschen Umstände, wo mir als Deutschen der Mund offen steht...für 360 Kinder gibt es 2 Erzieher ! Ein Junge und ein Mädchen, beide 20 Jahre die halt nun als die Ältesten diese Verantwortung tragen! Die Kinder, so gut sie sich auch im Busch auskennen, sind in ihrer freien Zeit ziehmlich sich selbst überlassen.

Zumindest können sie dort zur Schule gehen, haben genug zu essen(auch wenn man dabei auch mal unter dem Tisch sitzen muss, weil es nicht genügend Bänke gibt) und haben eine kleine Klinik.
Außerdem hab ich am Wochenende, beim Kinderheim auch eine Buschtour gemacht mit einem jungen Burkinabé.

Ich habe rießige Affenbrotbäume bestaunt und eine tote Schlange gesehen. Ich bin durch Erdnussfelder gelaufen und habe Vogelnester bestaunt.
Es war richtig cool und ich hatte sehr viel Durst und mir war heiß ....

Morgen schaue ich mir noch eine andere Schule an und dann habe ich die Qual der Wahl: Überall werde ich gebraucht, aber teilen kann ich mich nicht. Bin jedenfalls gespannt wie es weiter geht. Hab bis jetzt den Verkehr, das Essen und das Klima überlebt...auch wenn ich die einzige bin die einen Helm trägt, ich immer mal wieder Bauchschmerzen habe und kalte Duschen genieße :)
Ich denke an euch!